Am vergangenen Samstag brachen ca. 70 verwegene Radfahrer auf zur 305 Kilometer langen Etappe durch das Mulden- und Elbtal. Das Ganze klingt flach….war es aber ganz und gar nicht auf den ersten 200 Kilometern.

Ein recht welliges Profil stellte einige Randonneure auf eine harte Probe. Bis zum ersten heftigen Anstieg auf den Colmberg, der so manchem vom 200er noch in Erinnerung war, blieb die dritte Startgruppe recht dicht beisammen. Aber bereits nach dieser ersten Kontrolle zerfiel das Feld. Benedikt, Toni und mir noch schlossen sich drei weitere Randonneure an. Zusammen bildeten wir eine geschlossene Gruppe, mit dem Ziel, zusammen zu bleiben. Dass das Vorankommen in einer größeren Gruppe nicht beschleunigt würde, war uns vollkommen klar, aber wir fuhren schließlich kein Rennen. Außerdem wollten wir das, wofür eine Startgebühr gezahlten hatten, auch voll auskosten 😉 Da kann man nicht schon zum Abendessen daheim sein.

Auf einigen Hügeln vor Geithain sammelten wir einen Asiaten ein. Ja, im PBP-Jahr erfährt selbst die ARA Sachsen internationalen Zulauf! Er wirkte ein wenig so, als hätte er sich seine Ausrüstung zusammengeborgt. Mit Sneakers und Jogginghose kurbelte er schweren Trittes auf Klickpedalen herum. Für einige Minuten folgte er unserem Windschatten, bevor er sich zurückfallen ließ. Wir sollten ihm in der Dunkelheit noch einmal begegnen. In Pegau (auch Penig genannt 😉 legten wir die obligatorische laaaaange Mittagspause ein. Diesmal wechselten wir sogar noch einmal die Pausen-Location innerhalb des Ortes und aßen jeder eine Portion Asia-Nudeln in der Sonne des Pegauer Marktes (oder war es Penig?…Wie auch immer…). Das wurde von einigen vorbeifahrenden Randonneuren belächelt. Sie kennen uns mittlerweile. Aber nur so konnten wir sicherstellen, dass uns wirklich das ganze Feld passierte. Nach diesen anderthalb Stunden in Pegau (oder so) hatten die Radlausicker ihre übliche Brevet-Position – als Schlusslichter.

Bis Meißen holten wir noch ein paar Randoneure ein, die uns den letzten Platz streitig machen wollten. Wir ließen sie gewähren. Nach der Kontrolle in Meißen machten wir uns nachtfertig. Wer noch keine hatte, kaufte sich schnell noch ein Weste an der Tanke, wer nochmal rauchen wollte, tat auch das. Einem unserer Mitstreiter redeten wir das Aufgeben nach 200 Kilometern aus. Hier zeigte sich der große Vorteil eines TEAMS! Auch wenn jemand einen absoluten Hänger hat, wird er wieder mit nach Bennewitz genommen. Und zwar auf dem Rad. Das macht für mich ein Brevet aus!

An der vorletzten Kontrolle trafen wir kurz auf eine weitere Gruppe, die gerade im Begriff war, weiterzufahren. Direkt vor der Schiebetür des Supermarktes lag ein auseinandergebautes Rennrad. Offenbar ein Plattfuß. Kurz darauf erblickte ich den Asiaten, der etwas zitternd und verwirrt hin-und herlief. Wahrscheinlich hatte ihm jemand einen Schlauch überlassen und jetzt brauchte er Werkzeug und eine Pumpe. Ich fragte ihn, ob alles OK sei, aber er war kein Freund vieler Worte. Schließlich pumpten wir sein Rad auf und anschließend nahmen wir den erschöpften Kerl in unserer Gruppe mit. 30 Kilometer vor Bennewitz stoppten wir noch ein letztes Mal in Torgau am Resautanke, um etwas Kaffee zu schlürfen. Dann ging es die letzten flachen Kilometer bei böigem Gegenwind in Richtung heißer Dusche und Soljanka.

Jetzt bleiben uns drei Wochen, um uns mental auf den 400er am 2. Mai vorzubereiten. Dabei wird der längere Teil der Strecke nachts gefahren.