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Brevét 400 Am vergangen Samstag absolvierten Benedikt, Toni und ich das 450-Kilometer-Brevet der ARA Sachen. Bereits zum Start um 9:30 Uhr in Bennewitz bei Wurzen war uns klar, dass es eine heiße Angelegenheit werden würde. Teile der Strecke kannten wir bereits von der Pragtour, aber was da noch so auf der Strecke wartete, war uns nicht so bewusst. Die ersten 70 Kilometer bis Mittweida blieben wir in einer großen Gruppe mehr oder weniger dicht beieinander. Da Toni allerdings ein paar Probleme mit seinem Umwerfer feststellte, entschieden wir uns hier einen Radladen aufzusuchen. Eine Reparatur pro Radtour ist ja fast schon obligatorisch 😉

Von da an ging es dann im 3er-Gespann weiter. Kurz hinter der tschechischen Grenze trafen wir den letzten Mitstreiter an diesem Tag. Aber er hielt seine Pause kürzer und sattelte lange vor uns wieder auf. Nach der Kontrolle in Chomutov ging es einen Anstieg nach Chelna hinauf, der mich wieder davon überzeugte, dass ich für die nächste Saison eine andere Übersetzung brauche. 400 Höhenmeter auf 4 Kilometern sprechen eine deutliche Sprache. Die Gipfelidylle entschädigte für jeden einzelnen Liter verlorenen Schweißes. In Bozi Dar (1180 ü. NN) brach die Dunkelheit über uns herein. Nach einem Tankstellen-Dinner streiften wir die Warnwesten über und steckten die Beleuchtung auf. In der verlassenen Gegend hätten am Ende wahrscheinlich nur die Scheinwerfer genügt, da sich um diese Zeit hier kein Auto mehr hin verirrte.

Entlang des Gebirgskamms ging es Richtung Westen. Die Anstiege waren nicht mehr ganz so steil, die Abfahrten allerdings auch keine Erholung. Miserable Straßen zwangen uns ständig die Bremse festzuhalten und auf Hindernisse zu reagieren, die plötzlich im Lichtkegel der Lampe auftauchten. Das Waren abwechselnd, Äste, Steine, Schlaglöcher oder auch mal eine Ziege!

Nach der Kontrolle in Luby rollten wir auf einer einsamen Landstraße gegen 3:00 Uhr an den verdutzten Streckenposten vom deutschen Zoll vorbei. In Adorf hatten wir gerade die Kontrolle passiert und wollten weiterfahren, als hinter uns ein Fahrradlicht näherkam. Tatsächlich trafen wir auf einen Einzelkämpfer, dessen Kollege hinter Chomutov aufgegeben hatte. Zwar ließ er uns an den langen Anstiegen hinter sich zurück, aber an den Kreuzungen trafen wir uns immer wieder, so dass wir uns dann doch zu einer 4er-Gruppe zusammentaten. Bei Kilometer 350 in Werdau frühstückten wir gegen 7:00 Uhr erstmal an der Tanke das ganze Sortiment von Bocki bis Croissant, von Kaffee bis Cola.

Die Temperatur schien jede Minute zu steigen, so dass wir uns bald die Nacht zurück sehnten. Vor uns lag heimisches Gefilde und das erste Mal auf der Tour begannen die Kilometer zu purzeln. Genau 12:00 Uhr (1:45 vor dem Zeitlimit) erreichten wir die Endkontrolle in Grimma und trudelten von dort die letzten 15km bis Bennewitz aus. Allerdings verzichteten wir diesmal auf die warme Soljanka.

Jetzt bleiben uns drei Wochen zur Regeneration und Fahrradpflege, bevor es am 28. Juni zum 600er-Brevet geht.. und damit zur Eintrittskarte für Paris-Brest-Paris 2015!