Nach einem wirklich besinnlichen Weihnachtsfest gemeinsam mit unseren spanischen Freunden in Manila brachen Tobi und ich nach Singapur auf, dem 5 Millionen Stadtstaat im Sueden des malayischen Festlandes.

Waehrend wir im Flugzeug sitzen, bekommen wir die Immigrationsdokumente, die jeder Einreisende auszufuellen hat. Darauf findet sich der fett in Rot abgedruckte Hinweis:  „Todesstrafe fuer Drogendealer“. Auch wenn man damit nichts zu tun hat, fuehlt man sich schon einwenig komisch, wenn man dieses Wort aus einer scheinbar laengst vergangenen Zeit ploetzlich vor sich sieht. Auch sonst sind die Gesetze hier sehr radikal. So sind Kaugummis verboten. Nur wenn eine medizinische Rechtfertigung besteht, darf hier auf der Strasse herumgekaut werden. Wer dabei erwischt wird, wie er seine Zigarette oder seinen Muell einfach fallen laesst, kann mit bis zu 10000 Sigapur-Dollarn (5000 Euro) Strafe rechnen. Wer mit seinem Rad eine Fussgaengerunterfuehrung durchquert, wird auch sehr viel Geld los. Ich glaube zwar nicht, dass haertere Strafen automatsiche bessere Menschen hervorbringen, aber zumindest was Sauberkeit angeht, liegen hier Welten zwischen unserer philippinischen Heimat auf Zeit und dem einzigen souveraenen Stadtstaat Suedostasiens. Man sieht kaum Papier oder anderen Abfall herumliegen.

Die ersten Tage hatten Tobi und ich ein Hostel in Chinatown. In Singapur haben die Chinesen einen Bevoelkerungsanteil von ungefaehr 80 Prozent. Dennoch gibt es hier ein Integrationsmodel, das versucht, die verschiedenen Kulturen schon hinsichtlich ihres Wohnraumes zu durchmischen. Deshalb wohnen in den ganzen Bloecken der Stadt zum Beispiel eben 80 Prozent Chinesen. Alle Bevoelkerungsgruppen werden entsprechend ihres Anteil an der Gesamtbevoelkerung verteilt.

Die ersten Tage streiften wir hauptsaechlich durch Chinatown und testeten alle Foodmarkts ausgiebig. Hier kann man fuer 1 Euro richtig gut essen. Aber es gab auch ekelhafte Erlebnisse. Als wir einmal vor dem Suessigkeitenregal in einem Supermarkt standen, roch es auf einmal so gar nicht suess. Ich schaute um die Ecke und konnte nicht glauben, was sich dort in eimem Glaskasten fand.

Da waren 6 Schildkroeten, denen der Panzer entfernt worden war und die gerade elend im „Schaufenster“ krepierten. In einem anderen Laden stand aussen dran, dass man nicht fotografieren durfte. Als wir drin waren, wurde uns auch bald klar warum. Greenpeace haette sicher ein gefundenes Fressen, wenn sie sehen wuerden, wie hier mit Tieren umgegangen wird. um etwas von der „heilenden“ oder „belebenden“ Wirkung zu haben.

Gestern bin ich allein mit meinem Stativ durch den Merlon-Park gezogen und hab mir das Wahrzeichen Singapurs, den Merlon angeschaut. Dabei handelt es sich um einen Fisch mit Loewenkopf, der an den Ursprung der Stadt als kleines Fischerdorf erinnert. Da ich hier keine Moeglichkeit habe, die Fotos zu entwickeln, gibt es die erst im neuen Jahr, wenn ich wieder zurueck in Manila bin.

Tobi und ich werden jetzt noch ein paar Tage auf der Insel verbringen, ehe der Ernst des Studiums weitergeht.

Bis dahin,

Euer Martin der Radlausicker