Am Samstag war wieder Brevetzeit in Bennewitz. Die Teilnehmerzahl hatte sich erwartungsgemäß etwas ausgedünnt. Es fanden sich ca. 50 Starter ein, um 9:30 Uhr zur kleinen Bergrunde zu starten mit 440 Kilometern und 6000 Höhenmetern. Bereits bei der Startkartenausgabe traf ich Martin wieder, den ich vom 200er kannte. Auch er hatte wie ich angesichts des Streckenprofils die Aerobars an seinem Rad abgebaut. Nach dem Start fanden wir recht schnell zusammen, während der Rest der Startgruppe sich auflöste.

Bis auf ein paar wenige aggressive Autofahrer in der Region Mittweida, die den Kick suchten oder einfach nur ihren Seitenspiegel loswerden wollten, verlief die Tour entspannt und bei bestem Wetter. So rollten wir die ersten 160 Kilometer bis Chomutov (Erinnerungen an die Pragtour kamen auf). Als wir an der ersten Kontrollstelle einen Happen aßen, kam Mitorganisator Olaf in einer kleinen Vierergruppe an. Nach einer kurzen Pause zogen die vier zunächst weiter, aber wenig später kamen wir doch wieder zusammen und blieben von da an in der Sechsergruppe. Das hätten wir uns bei unseren ersten Brevets gewünscht – einmal mit dem Verantwortlichen für diese ganzen Höhenmeter gemeinsam unterwegs zu sein! So viele Flüche hätten auf dem kurzen Dienstweg geklärt werden können 😉

 

Aber ich hatte die Tour tatsächlich härter in Erinnerung. Das Einzige, was mir zusetzte, waren die kühlen Temperaturen nachts im Vogtland. Bei 7°c überlegt man sich doch recht genau, ob eine Pause wirklich notwendig ist. Vor allem, wenn die Tankstelle, die man anfährt, um die Reserven aufzufüllen, nur einen Nachtschalter hat. Aber „da hinten“ wurde es schon hell, als wir heimische Gefilde erreichten. Die ersten Sonnenstrahlen wärmten uns bereits, als wir um 5:45 Uhrdie letzte Kontrolle in Grimma erreichten. Von hier rollten wir dann nur noch die letzten 15 Kilomter nach Bennewitz aus, wo Soljanka und Bier warteten – ein richtiges Sonntagsfrühstück eben.

Jetzt werden erstmal die Beine hochgelegt, dann wird das Rad umgebaut. Der C13 hat bei 400 Kilometern meine momentane „Schmerzgrenze“ erreicht. Für das 600KM-Brevet kommt wieder der gute alte B17 a.k.a. „Sofasitz“ drauf.

Der 600er startet am 8. Juni. Dort peile ich mal die magische 30 Stunden-Grenze an. Im Weg stehen dabei allerdings 7500 Höhenmeter.