Da geht der Sommer gerade so richtig los und schon neigt sich die Saison der geplanten offiziellen Rad-Events auch irgendwie dem Ende zu. Bislang rollte es hier eher zäh. Am 1. Mai wollte ich gemeinsam Erik und Toni bei schönem Wetter um den Henninger Turm rollen. Das Ganze wurde allerdings zur nasskalten Schlitterpartie. Nur Toni trotzte den Bedingungen und zog die 125km-Tour durch. Erik und ich entschieden uns für die Abkürzung und beendeten nach 110km die Quälerei. Lieber 30 Grad und kein Schatten als einstellige Temperaturen und Regen. Dank unseren Freunden  (Tom als erfahrener Ironman weiß halt, was man nach so einer Anstrengung braucht) ginge es gleich dick eingepackt ins warme Auto Richtung heißer Dusche. Erfahrung Radrennen damit abgehakt…

Danach passierte erstmal nicht viel auf dem Sattel, bis ich vor zwei Wochen zum 600-Kilometer-Brevet antrat. Diesmal war des Feld kaum 20 Mann stark. Hier kennt man sich. Auch das macht das Brevetfahren so reizvoll. Nachdem sich die erste Gruppe allerdings schon nach wenigen Kilometern auseinander gerissen war, fuhr ich gemeinsam mit einem Randonneur in Zweierformation. Unterwegs spießten wir noch den ein oder anderen Mitstreiter auf, für den der  35er-Schnitt der Spitzengruppe dann doch zu hoch war. Irgendwie waren die Temperaturen wie schon in Frankfurt unter meiner Komfortzone (Diese liegt wie erwähnt bei ca. 30 Grad…;). Das Problem, mit dem ich nach 170 Kilometern zu kämpfen hatte, war vermutlich darauf zurückzuführen, dass ich zu wenig getrunken hatte. Ein pulsierender Kopfschmerz begleitete mich auf einmal mit jedem Pedaltritt. Ich meldete mich aus unserer inzwischen gefundenen 3er-Formation ab und setzte mich erstmal in eine Bushaltestelle. Nach 10 Minuten Essen und Trinken ging es mir wieder etwas besser und ich konnte weiterfahren. Allerdings fühlte ich mich nicht richtig gut, so dass ich den Entschluss fasste, das Brevet  nach 200 Kilometern zu beenden. Glücklicherweise war die Route so organisiert, dass man nach einem Drittel der Strecke erstmal wieder am Start-Ziel Bennewitz landete und dann noch einmal zu einer 400-Kilometer-Runde nach Osten aufbrechen musste. Diese Runde schenkte ich mir dann.

Die Fehler, die zu der Entscheidung geführt haben, waren sicherlich:

  • Versuch, im Alleingang eine große Lücke zur Führungsgruppe zu zufahren
  • zu wenig getrunken, da ich bei relativ niedrigen Temperaturen keinen großen Durst verspürte
  • einen Rhythmus gefahren, der nicht meiner ist

Knapp zwei Wochen ist das jetzt her und ich fühle mich wieder frisch für das Event am Wochenende. Mit 120 Radenthusiasten starte ich in Leipzig zum Broco 400, einem Rennen über 400 Kilometer. Die Route zwischen definierten Checkpoints legt dabei jeder Fahrer selbst fest. Diese Kontrollstellen liegen in Jena, im Erzgebirge, in Radebeul und in Riesa. Zwar finde ich die Startzeit von 12:00 Uhr mittags etwas sehr spät, da die Tour damit zwangsläufig mit einer Nachtfahrt verbunden ist, aber wenigstens warten auf meiner Route ca. 4000 Höhenmeter. Damit wird einem sicher nicht kalt. Ich hoffe, bei Tagesanbruch wieder in Leipzig zu sein.

Schauen wir mal!