Die Nächte werden kürzer, die Temperaturen steigen und für die Randonneure, die in Paris an den Start gehen wollen, werden die Strecken länger. Während 200 und 300 Kilometer noch vollständig in Tageslicht fahrbar sind, kommt man bei 400 Kilometern je nach Startzeit meist schon mal zumindest in die Dämmerung am Anfang oder am Ende des Brevets. Bei den allermeisten Strecken sind 400er und 600er mit Nachtfahrten verbunden. Das kann schon zu einer mentalen Herausforderung werden – und zwar nicht nur für den Fahrer. Denn oft sitzen die Liebsten zu Hause und warten auf ein Lebenszeichen von einer Kontrollstelle. Gerade nachts ziehen sich die Abschnitte dazwischen sehr zäh in die Länge. Ich habe bislang verschiedene Möglichkeiten ausprobiert, meinen aktuellen Status nach Hause zu übermitteln. Mir geht es hier erstmal nicht darum, ein öffentliches Live-Tracking einzurichten, sondern nur einen engen Kreis von Vertrauten einzubeziehen.

Ich möchte euch heute kurz folgende Möglichkeiten mit ihren Vor- und Nachteilen vorstellen, die ich bisher genutzt habe.

  • Strava Beacon
  • Google / Whatsapp – Standortfreigabe
  • externer GPS-Tracker

Strava Beacon

Im letzten Jahr war ich auf allen Brevets bis 600 Kilometer mit Strava Beacon unterwegs. Die Funktion ist mittlerweile Bestandteil des Strava-Sicherheitspakets und kostet 1,96€/Monat bei jährlicher Zahlung. Bevor man eine Aktivität startet, wählt man seine Sicherheitskontakte aus. Diese können dann über einen Link live den Track, sowie weitere Daten (Geschwindigkeit, Herzfrequenz etc.) verfolgen, sofern diese verfügbar sind. Das Schöne an Beacon ist, dass der Track auf der Karte gezogen wird, man also die bisher gefahrene Strecke gut im Blick hat. Für mich hat sich die Nutzung des Telefons zum Live-Tracking auf den langen Strecken als weniger optimal herausgestellt. Zum einen wurde mein Android-Telefon recht warm, was auf Dauer nicht gut sein kann. Zum anderen zieht die App einfach soviel Strom, dass eine Powerbank zwingend notwendig ist. Ich habe dazu einen Anker mit 10.000 mAh genutzt. 

Google / Whatsapp – Standortfreigabe

Für das 1000km-Brevet im letzten Jahr wollte ich nicht riskieren, dass mein Telefon mir in der Rahmentasche schmilzt. Deshalb haben ich mich von Strava Beacon verabschiedet. Stattdessen habe ich die kostenlose Standortfreigabe von Google (bzw. Whatsapp) genutzt. Das Ganze verbraucht deutlich weniger Akkuleistung, da GPS nur aktiviert wird, wenn jemand den Standort abruft. Das heißt für einen großen Personenkreis wäre diese Lösung auch nicht sehr praktikabel, aber für die Familie und Freunde finde ich das eine gute Variante. Da ich den GPS-Track im Vorfeld eines Brevets in meine Google-Karten lade, brauchte ich nur noch diese Karte mit den anderen zu teilen und schon sieht man beim Standortabruf nicht nur den aktuellen Aufenthaltsort, sondern gleichzeitig auch die Position auf der Strecke. Ich lege mir auch alle Kontrollstellen mit Kilometerangaben in die Google-Karte. Damit ist auch ungefähr klar, wie viele Kilometer schon abgehakt sind. Auch hier ist eine Powerbank bei längeren Touren notwendig!

Externer GPS-Tracker

Für diese Saison habe ich jetzt ein praktikable Lösung gefunden, die das Tracking komplett von meinem Telefon abkoppelt. Dazu verwende ich den Greta-Tracker vom deutsche Hersteller Prothelis. Das Gerät kostet 80€ und ist nicht größer als eine Streichholzschachtel, wasserdicht und hält abhängig vom eingestellten Signalintervall bis zu 5 Tage. Der Tracker hat keinerlei Anschlüsse. Er wird induktiv in einer Ladeschale geladen. Eine Simkarte ist fest verbaut. Über ein Prepaid-System lässt sich das Gerät aktivieren. Bei monatlicher Zahlung kostet der Service 4,99€/Monat und muss bei Bedarf einfach über die sehr übersichtliche App neu gebucht werden. Das Aktualisierungsintervall des GPS habe ich zunächst auf 10 Minuten festgelegt, was sehr gut funktioniert hat. Über die Funktion „Geofences“ habe ich die Kontrollpunkte in die Karte eingepflegt. Damit werden vom System automatisch Push-Nachrichten an alle App-Nutzer in der Familie oder ein Anruf an eine Wunschnummer gesendet beim Betreten und/oder Verlassen von einem Kontrollpunkt. Hier muss man nur den Radius des Fences so wählen, dass man sich innerhalb des eingestellten Zeitintervalls einmal ein Signal daraus sendet. Bei 10 Minuten sollte der eingestellte Radius entsprechend groß sein –  oder man macht halt etwas länger Pause 😉

Diese Lösung finde ich großartig. Es gibt jedoch auch hier einige Abstriche. Die Liebsten können den Track zwar über App oder Web-Interface sehr einfach verfolgen, benötigen aber die Zugangsdaten des Tracker-Besitzers und können theoretisch (aus Versehen) das Tracking-Intervall etc. verstellen, was ungünstig wäre. Wenn man z.B. das Intervall auf 24 Stunden setzt und diese Information einmal an den Tracker übermittelt wurde, kann man das erst nach 24 Stunden wieder ändern. Ich habe dazu bereits eine Anfrage an Prothelis gestellt, ob eine Implementierung geplant ist. Man kümmert sich 😉

Es gibt natürlich noch weitere Hersteller von GPS-Trackern (z.B. SPOT), mit denen ich allerdings keine Erfahrung habe.

Ihr vielleicht? Dann schreibt mir gern!