Denke ich über die Radprojekte der letzten Jahre nach, fällt es mir schwer, mich an eins zu erinnern, bei dem alles glatt lief. Mal wurde kurz vor der Tour eine Gabel gewechselt, mal eine Kurbel, dann ging es direkt damit auf die Strecke. Ein neuer straffer Ledersattel auf einem 600km-Brevet, wie von Benedikt praktiziert, hat sicher auch seine positiven Effekte, wenn er einen die schweren Beine nicht wahrnehmen lässt, weil einem andere Stellen brennen. Vor den Pragtouren, die meist den Startschuss in die Radsaison bedeuteten, wurde nicht selten bis nach Mitternacht am Rad herumgedoktort, um sich wenige Stunden später am Ende selbiger Nacht draufzusetzen und 260 Kilometer inkl. Erzgebirge zu fahren.

Jetzt stellt sich die Frage, warum das vor Paris-Brest-Paris anders sein sollte? Die letzten Wochen waren eine regelrechte Berg-und Talfahrt. Da optimiert man auf tausenden Kilometern an der Radergonomie herum bis alles passt und dann kommt drei Wochen vor der Tour der große Reset-Button in Form einer Motorhaube. Natürlich ist es erstmal wichtiger, dass der Mensch in Ordnung bleibt. Nachdem Rennrad Tina jetzt aber immer noch gebrochen in der Ecke stehen muss und Stahldame Regina sich bereits auf ihren Einsatz gefreut hatte, kam dann ein Angebot, dass ich nicht ablehnen konnte von meinem guten Freund Erik, der mir sein namenloses Ross für Paris überlässt. Schade für Regina, aber wohl besser für die Unternehmung!

Jetzt kann es losgehen…fast zumindest. Benedikts Freilauf hat sich am Wochenende verabschiedet, Ersatz ist im Handel nicht mehr fristgerecht zu bekommen. Zum Glück ist auch hier ein netter Radkollege zur Stelle. Danke Mieth! 😉 Mit soviel Support im Rücken fahren wir jetzt gestärkt nach Paris, um die Radlausicker Radfraktion ordentlich zu vertreten! Von dem Gedanken, dass PBP keine Plattform für Experimente sei, haben wir uns ohnehin schon längst verabschiedet.

Ich werde versuchen, ab und an etwas zu zwitschern zu unserer Befindlichkeit, während Toni seine Radflaschen unterwegs mit seinem weißen Zauberpulver auffüllt ;-). Auf der offiziellen Website gibt es auch ein Fahrer-Tracking über unsere Rahmennummern: M125, M181 und M182.

Vielen Dank an alle, die uns bis hier hin gebracht haben. Ab jetzt müssen wir alleine weiter.

Bis die Tage!

Martin