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Randonneure aus Leidenschaft

PBP-Tutorial III – Packtaschen

Ich fahre seit 12 Jahren auf längeren Distanzen. Dabei startete ich meist an Punkt A und wollte an Punkt B. Alles was ich in B brauchte, musste ich in A einpacken und selbst transportieren. Aufgrund des fehlenden Platzes und des steigenden Radgewichtes habe ich gelernt, zu optimieren und minimalistischer zu werden. Das mit Abstand sinnloseste Utensil, das ich jemals auf eine vierwöchige Radtour von Leipzig nach Glasgow mitgeschleppt habe, war ein Basketball. Die Annahme, am Abend eines Tourtages noch irgendwo ein paar Körbe zu werfen, beerdigte ich schon nach wenigen Etappen, aber der Ball fuhr bis zum Ende mit (und auch wieder zurück).

Keiner würde jetzt bei einem Brevet auf die Idee kommen, einen Basketball mitzuschleppen, allerdings findet sich in jeder Randonneurstasche ein Gegenstand, den man eigentlich nicht braucht. In meiner waren es eher ein paar mehr. „Wenn der Platz doch da ist“, höre ich mich selbst denken. Meine ersten (kürzeren) Brevets bin ich mit Satteltasche und Lenkertasche gefahren – vollgepackt, als würde ich die Zivilisation verlassen. Jedes Mal nach dem Brevet habe ich dann die Taschen ausgepackt und gemerkt, was ich alles nicht gebraucht habe. Schließlich habe ich mich selbst diszipliniert und mir nur eine Tasche zugestanden.

Für mich kam dafür nur die Satteltasche in Frage. Zum einen hat sie ein bessere Aerodynamik als eine Lenkertasche, zum andern schützt sie bei Regen den Allerwertesten vor der kalten Hinterraddusche. Der größte Nachteil dieser Taschenart ist, dass man während der Fahrt nicht an deren Inhalt herankommt. Hier liegt der große Vorzug von Lenkertaschen. Ich habe für allerdings eine Lösung für mich gefunden. Hinter mir in der Satteltasche befinden sich alle Gegenstände, die mir während des Rollens sowieso nichts nützen, wie Werkzeug, Pumpe, Schläuche, Klamotten, Rettungsdecke und mein Vorrat an Flaschenpulver. Alles was während der Fahrt interessant sein könnte, findet seinen Platz entweder in einer sehr kompakten Rahmentasche unter mir oder in den großen Taschen am Rücken des Radtrikots. 

Die Unbekannte für Paris

Es gibt bei den Satteltaschen grundsätzlich zwei Varianten. Die erste Möglichkeit sind Taschen, die über eine Halterung an der Sattelstütze in geklickt werden. Diese Taschen sind in sich stabiler und schwingen weniger. Allerdings würde ich eine solche Halterung keiner Carbonstütze unbedingt zumuten.

Die zweite Variante sind Packsäcke die mit Klettschlingen sowohl an den Sattelstreben als auch an der Sattelstütze befestigt werden. Damit ist die Last etwas besser verteilt und es ist keine Halterung an der Sattelstütze notwendig.

Anstelle der Satteltasche finde ich auch etwas geräumigere Rahmentaschen interessant, um sportlich lange Strecken zu absolvieren. Der Schwerpunkt ist dort zentrierter und sie schwingt nicht, wenn man mal aus dem Sattel geht. Allerdings hätte ich dann ein Problem mit meinen beiden Trinkflaschen, die je ein Liter fassen. Und natürlich fehlt der „Spritzschutz“ 😉

Der Grund, warum ich keine Lenkertasche benutze, ist mein Gefühl. Ich fahre gern sportlich und möchte mir nicht vorkommen wie auf einem Packesel. Ich mag den Blick auf einen aufgeräumten Lenker. Auch ohne Lenkertasche kann man hier schnell Platzprobleme bekommen, wenn neben den Aerobars, noch Tacho, Navi und Licht installiert sind.

Dazu aber mehr im nächsten Post!

Schönes Wochenende und genießt die Sonne auf zwei Rädern!

Martin

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