Nachdem ich im ersten Teil meine ganz persönlichen Don`ts für Paris-Brest-Paris zusammengestellt habe, möchte ich an dieser Stelle meine Brevet-Packliste vorstellen. Ich habe diese so bei dem ARA-1000-KM-Brevet in Sachsen (Tschechien und Österreich) benutzt und habe nichts vermisst. Auch hier hat jeder Randonneur seine eigenen Vorstellungen und Ideen. Ich bin tendenziell eher sportlich unterwegs. Den 1000er bin ich mehr oder weniger durchgefahren. Ich hatte zwar einen ganz kleinen Sommerschlafsack dabei, aber im Grunde nur als Deko am Sattel hängen. Deshalb werde ich den auch in Paris nicht mit an Bord haben. 

Bekleidung

  • Radtrikot 

Das hat große Rückentaschen und eine verschließbare Tasche für Brevetkarte etc.

  • Radhose

Bequemes Polster und erprobt auf der Langstrecke.

  • Radsocken
  • Handschuhe

Je nach Witterung lang ODER kurz. 

  • Armlinge
  • Beinlinge
  • Helm
  • Kappe
  • Brille

Tönung nach Witterung und Streckenlänge, da ich sie auch nachts trage.

  • Windweste
  • Buff

Nachts kann es auch im Sommer recht kühl werden am Hals.

  • Radschuhe
  • Überzieher 

Wasserdicht für den Regenguss zwischendurch. Die hatte ich beim 1000er letztes Jahr vergessen, weil ich noch keine Packliste hatte ;). Hab mir da mit zwei kleinen Plastikbeuteln über den Socken kurzfristig ausgeholfen und so die Füße wieder warm bekommen. Beim Ausziehen sollte man sich allerdings nicht in geschlossenen Räumlichkeiten befinden…

  • Regenhose lang

Schützt auch mal vor Kälte bei einer nächtlichen Pause.

  • Regenjacke

Gegen Wasser von oben und hin und wieder gegen Fahrtwind bei nächtlichen Abfahrten.

  • Reflexweste

Obligatorisch! Hatte bislang ein einfaches Modell von einem großen Versender. Im Motorradbedarf  gibt es aber verschiedene Varianten, die viel besser sitzen und weniger im Wind flattern. Für Paris müssen sie nur EN 1150 oder EN ISO 20471 zertifiziert sein. 

Elektronik 

Fluch und Segen zugleich, aber die wenigsten Radfahrer sind heute ohne noch ohne Elektronik unterwegs, obwohl in Paris im Grunde vieles nicht unbedingt nötig wäre. Und ja, ich vermisse es auch nicht bei Nachtfahrten im Nieselregen mit der Helmlampe auf dem einlaminierten Streckenplan nach dem richtigen Abzweig suchen zu müssen.

  • Navi

Ich benutze ein Garmin eTrex30, weil es AA-Batterien an jeder Tankstelle gibt und ein Paar Eneloop Black-Akkus bis zum 600KM-Brevet locker durchhalten. Nach etwas über 30 Stunden wechsle ich in der Regel.

  • Tacho

Obwohl mich das Garmin bislang noch nie im Stich gelassen hat, ist es speziell bei kleinen Brevets, wo man durchaus auch mal allein unterwegs ist gut, ein Backup unabhängig von einem GPS-Signal zu haben, zumindest um die Kilometer im Auge zu behalten.

  • Handy

Auch das ist obligatorisch. Ich habe meist die Standortfreigabe aktiviert, damit die Liebe weiß, wo man und dass man noch rollt. Strava benutze ich bei längeren Brevets nicht auf dem Telefon, da das den Akku unnötig belastet. Ich lade später die GPX-Datei aus dem Garmin hoch. Ich ziehe mir den Brevet-Track als Backup noch in die Komoot-App, falls das Garmin doch mal den Geist aufgibt.

  • Frontlicht

Hier benutze ich ein Modell, das ebenso wie das Garmin mit AA-Akkus betrieben wird (4 Stück). Damit komme ich durch eine Sommernacht. 

  • Helmlampe

Für schnelle Bergabfahrten (z.B. vom Brocken) oder einen eventuellen Plattfuß bei Nacht in meinen Augen unerlässlich. Falls das Frontlicht versagt, kann die Helmlampe auch am Lenker montiert werden und als Backup dienen.

  • Rücklicht

Hier habe ich grundsätzlich zwei moniert. Ein Primäres und eins als Ersatz.

  • Powerbank

Telefon, Helmlampe und Garmin lassen sich im Fall des Falles über die kompakte Powerbank laden.

  • Ersatzakkus

Ich nehme meist 8 AA-Akkus als Reserve für Frontlicht und Garmin mit.

Werkzeug & Co.

Natürlich lassen sich viele Defekte durch regelmäßiges Austauschen von Verschleißteilen verhindern, aber für den Fall des Falles habe ich einiges an Werkzeug mit an Bord.

  • Luftpumpe
  • Reifenheber
  • Ersatzschläuche (2 Stück)
  • Flickzeug
  • kleines Mulitool
  • Kettennieter

Ja, hab ich schonmal gebraucht.

  • Bremszug
  • Schaltzug

Musste ich auch schon einmal nachts wechseln.

  • Kabelbinder und Gaffa-Tape

Hält zur Not alles erstmal zusammen 😉

  • Rettungsdecke
  • Erste-Hilfe-Kit

Binde, Desinfektionsmittel, Schmerztablette (Auf gar keinen Fall, um Schmerzen zu übertünchen und weiterzufahren! Nur zur Erstversorgung, falls die Reise aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig endet.

„Wertgegenstände“

  • Geldbörse

Mit Bargeld, EC-, Visa-Karte, Ausweis, Versicherungskarte.

  • Brevetkarte
  • Stift und Zettel

Die besten Gedanken kommen schließlich beim Radfahren 😉

  • Routenplan analog als Ausdruck

Da bin ich oldschool-

Verpflegung

In der Regel hängt es vom konkreten Brevet ab. Ich schaue neben den Kontrollstellen im Vorfeld immer nach Tankstellen an der Route. Seit letzter Saison bin ich mit meiner Malto-Dextro-Mischung unterwegs, die ich mir vorher pro Flaschenfüllung (1 Liter) portioniere. Daneben habe ich immer Salz in Tablettenform dabei. An festem Proviant nehme ich gern Bananen und Nüsse mit. Falls es doch mal zum Hungerast kommt, habe ich für jede 100 Kilometer ein Gel dabei. Alles andere gibt es beim Bäcker oder am Imbiss. 

Das alles muss natürlich auch sinnvoll an Rad und Körper verstaut werden. Hier bieten sich unzählige Varianten von Taschen, Rollen und Rucksäcken. Im nächsten Teil stelle ich euch die Lösung vor, die für mich am besten funktioniert, teile aber auch meine Erfahrungen mit Varianten, die ich bereits ausprobiert habe.