Bad Lausick – Prag … an einem Tag (Die Premiere)

Am 1. April 2007 starteten wir zu zweit zu einer sportlichen Herausforderung, die uns schon seit geraumer Zeit im Hinterkopf schwebte. Gegen 3:45 klingelte der Wecker. Nach etwa zweieinhalb Stunden Schlaf und ohne viel im Magen saßen wir eine Halbe Stunde später auf den Rädern. Die frische Morgenluft ließ uns schnell den fehlenden Schlaf vergessen. Auf leeren schwarzen Straßen waren unsere Lampen das einzige Helle.Wie im Zeitraffer gelangter wir nach Chemnitz, bis die Sonne die Landschaft erweckte.

Trotz der warmen Kleidung schien es immer kälter zu werden. Deshalb schoben wir an einer Tankstelle bei Chemnitz eine kleine Teepause ein, um uns etwas zu wärmen und die Kräfte vor der nächsten Etappe durchs Erzgebirgsvorland zu sammeln.

Die Sonne brachte bald angenehme Fahrttemperaturen mit sich und schon floss der erste Schweiß an den zum Teil sehr langen „dreckigen“ Anstiegen, die ihr Ende nie zeigten.Obwohl mit minimalem Gepäck unterwegs zwangen uns einige Berge in die Knie. Doch mit der Energie von 20 Müsliriegeln ist kein Berg zu steil.

Gegen 13:00 Uhr überquerten wir die Grenze bei Seiffen und radelten durch die „bezaubernde“ Industrielanschaft von Most. An dieser Stelle ist es bedauerlich, dass uns an diesem Tag nur der sportliche Ehrgeiz trieb und wir auf autobahnähnlichen Straßen Richtung Prag radelten und in mindestens zwei Situationen ordentlich Adrenalin ausschütteten.

Bis 16:30 Uhr erreichten wir Louny, einen Ort 60km vor der tschechischen Hauptstadt. Bis 20:00 Uhr hätten wir Prag sicherlich noch erreichen können, allerdings waren wir etwas abhängig von unserer Rückfahrgelegenheit. Deshalb mussten wir das Projekt an dieser Stelle abbrechen.

Im nachhihnein wissen wir, die Route über Seiffen war nicht die richtige Wahl. Zu viel Kraft ließen wir im Vorland des Erzgebirges, ehe wir auf tschechischer Seite innerhalb weniger Minuten sämtliche Höhenmeter in Serpentinen herunterrollten. Sicher wäre die Wahl der kürzesten Strecke günstiger gewesen, obwohl das Gebirge sich breiter gezogen hätte.An dieser Fehlplanung scheiterte das Projekt letztlich, obwohl man nach 150 km und Überquerung des Erzgebirges sicher nicht von Scheitern sprechen muss 😉

Das war sicherlich nicht der lettzte Versuch!

Martin