Im Sommer 2009 entscheidet sich der Leipziger HGB-Student Manuel, dem Lauf der Donau zu folgen. Doch statt sich vom Strom treiben zu lassen, bewältigt er die über 3000 Kilometer von der Quelle im Schwarzwald bis ans Schwarze Meer auf seinem Fahrrad. Das beeindruckende Naturerlebnis verarbeitet der Kunststudent in zahlreichen Skizzen und Bildern.

Allerdings nimmt die Reise einen anderen Verlauf als geplant.

Trailer

Film

Lauflänge: 27min / Deutsche Fassung / englische UT

Donau-Tour 2009

Hier sind die Fotos der Tour

 

aus dem Blog von damals vorgelesen…

Radlausick goes east

Endlich ist die Entscheidung für die Tour 2009 gefallen. Da mir auf meiner Radtourenkarte noch Routenlinien nach Norden und Osten fehlen, war die Auswahl nicht so groß. Für eine Nordkapp-Tour-Planung fehlt dieses Jahr schlicht die Zeit. Aus diesem Grund habe ich mich für eine Tour entlang der Donau entschieden.

Wahrscheinlich wird es diesmal erstmals so sein, dass Start nicht, wie sonst, das bei Leipzig gelegene Städtchen Bad Lausick sein wird, sondern Donaueschingen. Von dort aus führt die Route über Regensburg, Linz, Wien, Bratislava, Budapest, Novi Sad, Belgrad, Ruse und Galati bis schließlich ins Delta am schwarzen Meer.

Auch wenn ich den Radweg in Deutschland von der Gibraltar-Tour 2007 teilweise kenne und mir auch den Abschnitt zwischen Passau und Wien sehr “überrollt” vorstelle, möchte ich die Donau von ihrer Quelle an begleiten.

Da die Tour erst Anfang September startet, ist auch noch nicht besonders viel vorbereitet. Ich habe mir lediglich etwas Kartenmaterial besorgt. Dabei habe ich mich für die Huber Radkarte entschieden (Budapest bis zum schwarzen Meer). Gleichzeitig verwende ich ein Motorradkartenset im Maßstab 1:250 000. Das ist vollkommen ausreichend. Für die Abschnitte in Ungarn, Kroatien, Bulgarien und Rumänien fehlen mir noch die “richtigen” Karten zur Ergänzung. Die Huber-Karten beziehen sich nur auf den Radweg und sind daher ungeeignet, wenn man diesen mal verlassen will.

Mehr Infos bald hier!

Warum sich die Tour doch etwas verlängert

Nach einigen Recherchen nach günstigen Rückreisemöglichkeiten ist jetzt doch eine kleine Umplanung zustande gekommen. Ein Rückflug von Varna war nur über Sofia möglich und auch der Preis mit 160€ (Rad hätte ca. 6 € pro Kilo gekostet!!!) war ganz schön knackig. Eine Zugfahrt mit einer Art Interrail-Ticket hätte ungefähr das Gleiche gekostet. Dazu wären eventuell noch Schlafwagenaufschläge gekommen. Aber so romantisch eine Zugfahrt auch sein mag, so unsicher wäre auch sicher der Schlaf, wenn man seine Räder nicht im Blick hat. Deswegen haben wir uns entschieden, doch noch 120 Kilometer weiter nach Süden bis Burgas zu rollen. Von dort nehmen wir dann einen günstigen Direktflug nach Berlin. Mit diesem Wissen kann es jetzt an eine grobe Zeitplanung gehen.

Ab 1. August ist Manu mit zwei Kollegen erst einmal in der Provence auf den Spuren der Tour de France unterwegs. Einige Impressionen von diesem “Kurztrip” gibt es dann natürlich auch hier auf radlausick.de.

Es hat sich auch eine noch eine Neuerung ergeben, was die Reisedokumentation der Donautour angeht. Dazu gibt es dann in der nächsten Woche Konkretes zu berichten!

Von bewegten Bildern, Korruption und neuen Impfstoffen

In diesem Jahr wird es erstmalig eine Reisereportage in Bewegtbildern geben. Die Reise findet wie angekündigt im September statt und endet mit dem Tag der deutschen Einheit. Natürlich ist es vom Rohmaterial zum fertigen Schnitt noch ein weiter Weg. Aber Ziel ist es, die fertige Reportage in mehreren Episoden noch in diesem Jahr hier zu zeigen.

Kamera für Reisedokumentation

Nachdem die bisherigen Produktionen im Rahmen der “Hals über Kopf” – Projekte immer Kurzspielfilme waren, ist die anstehende Reportage Neuland. Die Geschichte ist, wie es Dokus so an sich haben, – außer die von RTL und Konsorten 🙂 – nicht fiktiv, sondern bildet das tatsächliche Leben entlang des zweitgrößten Flusses Europas ab. Im Mittelpunkt steht die Begegnung mit den Menschen, die so unterschiedlich sind wie das Ufer des Stromes. Den aktuellen Stand des Projektes könnt ihr natürlich hier auf radlausick.de und Twitter verfolgen.

Schweinegrippedokument für bulgarische Grenze

Nachdem in letzter Zeit immer wieder von Korruptionsfällen an der bulgarischen Grenze zu lesen war, haben wir jetzt, wie empfohlen, ein Dokument in zweifacher Ausführung mit in die Packliste aufgenommen. Dabei handelt es sich um einen Ausdruck von der bulgarischen Botschaft, auf dem bestätigt wird, das bei der Einreise kein Gesundheitsnachweis bezüglich der Schweinegrippe zu erbringen ist.

Einen solchen hatten Zöllner in den vergangenen Wochen wohl häufiger sehen wollen. Wenn man keinen Nachweis hatte, musste man Strafe zahlen und sich in einigen Fällen sogar zwangsimpfen lassen. Dabei ist offensichtlich, dass die gezahlte Gebühr niemals in einen öffentlichen Topf wandert, sondern lediglich eine kleine Gehaltsaufbesserung der kleinen Staatsdiener ist. Interessant ist auch, wie schnell Bulgarien einen Impfstoff zur Verfügung hat, während der Rest der Welt noch darauf wartet. Wahrscheinlich täte die Regierung besser daran, die eigenen Leute gegen die offensichtlich allgegenwärtige Korruption zu impfen.

Countdown läuft – Noch 4 Tage bis zum Start

Nachdem Manu mit seinen beiden Kollegen wieder heil aus der Provence zurück gekommen ist und nun die Tourentauglichkeit seines Rades ausgiebig getestet hat, kann es am Dienstag, dem 1. September 2009 endlich losgehen mit unserer Donau- Radtour “Von der Quelle bis zum Delta”.

Dabei spielt sich der erste Tag größtenteils in den Nahverkehrszügen der Bahn ab. Gegen Abend werden wir dann in Donaueschingen eintrudeln und den Ursprung des Flusses suchen, dem wir dann in den folgenden 4 Wochen Richtung Osten begleiten werden. Nachdem meine Elke (ehemaliges Tourenrad – Anmerk. d. Red.) jetzt ihr entspanntes Rentnerdasein als Stadtrad fristet und auch Marie (Dikts Tourenrad – Anmerk. d. Red.) dieses Jahr auch nicht dabei ist, stelle ich an dieser Stelle kurz unsere neue “Reisebegleitung” vor.

Manu geht mit seinem Gran Tourismo an den Start – einem zum Tourenrad, das sportlich gefahren werden will. Die gerade einmal 11 Kilogramm Eigengewicht lassen genug Spielraum für ordentlich Zuladung! Damit ist geklärt,wer das Zelt transportiert! 🙂

Ich werde, wie schon bei der Prag-Tour dieses Jahr auf Gina zurückgreifen, eine freundliche Leihgabe. Sie hat einen stählernen Körper und ist zwar schon über 15 Jahre alt, wurde aber stets gut gepflegt. Seit Prag hat sie auch eine neue Achse, die hoffentlich erstmal eine Weile hält. Hoffentlich!

Das Tour zum Osten ist erreicht

Zunächst einmal Asche über mein Haupt, dass es nun doch erst Mittwoch geworden ist mit unserer Ankunft in Wien und damit mit einem ersten richtigen Blogbeitrag.

Die ersten 950 Kilometer haben wir seit unserem Start letzten Mittwoch bereits hinter uns gelegt. Bis zum Schwarzen Meer bleiben jetzt nur noch gut 2000 Kilometerchen. Nach unserer Ankunft am Bahnhof in Donaueschingen begann es wie bestellt zu regnen. Kein gutes Omen und so sollte es auch an den kommenden Tag vor allem nass bleiben. Der Vorteil war, dass keine Tagestouristen auf der Strecke waren, der Nachteil: alle Klamotten nass und nässer. Doch ab Donauwörth wurde das Wetter zunehmend besser und in Regensburg (wie sollte es auch anders sein) erwischte uns dann noch einmal richtig. Die Nässe und die Langfingerhandschuhen und dem Fleece-Pullover zwei Ausrüstungsgegenstände unersetzbar gemacht, die beinahe aus der Packliste geflogen wären. Mittlerweile haben wir keinen Regen mehr, aber die nächtlichen Temperaturen bewegen sich im einstelligen Bereich. Wir hoffen auf höhere Temperaturen im Süden.

Der Radweg bis Wien war bisher so gut ausgeschildert, dass wir bisher überhaupt keine Karte benötigt haben, Nur in Bayern war die Beschilderung anfangs etwas dürftig, so dass wir uns auf Feldwegen und stark befahrenen Hauptstraßen wiederfanden. Zwischen Passau und Wien waren erwartungsgemäß sehr viele „Light-Tourer“ unterwegs. Aber der richtige Andrang erstreckte sich nur auf die Ortschaften. Vor Linz fuhren wir einmal Straßen, weil der Radweg daneben mit einem langsam dahinrollenden Feld von Radtouristen überfüllt war.

Jetzt übernachten wir in Wien das erste Mal seit Tourbeginn nicht draußen, sondern bei dem netten Tino (leider ist der Anhänger mit Gastgeschenken in der Donau verloren gegangen 😉 Das fühlt sich schon recht ungewohnt an, wenn man sich mal nicht mit eiskaltem Flusswasser waschen muss. Hier haben wir auch Gelegenheit unsere Ausrüstung noch mal zu sortieren für das eigentliche Abenteuer vorbereiten. Morgen steht etwas Stadtbesichtigung auf dem Programm. Anschließend verlassen wir dann auch schon wieder Österreich und rollen Richtung Bratislava.

Jetzt genug für jetzt, denn erstens sind die Finger vom Lenker halten noch n wenig taub und zweitens will Tino jetzt ins Bett.

Neues dann aus…Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien und Rumänien ….

Bis denne!

Martin