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Pragtour 2018

Route auf Komoot

Mit Rückenwind nach Prag

Letzten Samstag starteten wir das 11. Jahr zu unser Traditionstour von Leipzig nach Prag. Wie 2017 wählten wir die schnelle Route über Dresden. Die Wetterprognose versprach bereits im Vorfeld beste Bedingungen… 25°c und Westwind.  Diesmal fanden sich neun Teilnehmer am Fuß des Völkerschlachtdenkmals ein, um 5:00 Uhr gemeinsam in die Pedale zu klicken. Mit Annette startet das erste Mal eine Frau bei der Pragtour.

Diesmal eine Flachetappe

Nachdem es im letzten Jahr bereits nach 500 Metern den ersten Sturz gegeben hatte, kamen wir diesmal 2,5 Kilometer, bevor Metall über den Asphalt klirrte. Diesmal blieben zum Glück alle heile! Lediglich eines von Tonis Schaltröllchen hatte sich samt Schraube in die Dunkelheit geflüchtet und verhinderte eine Weiterfahrt. Nach kurzer Beratschlagung entschied sich Lars, zurück nach Hause zu fahren und Ersatz zu holen. Danke für den großartigen Einsatz! Damit blieb es Toni erspart, mit dem Zug nach Dresden vorauszufahren und somit quasi zu cheaten. Nach 45 Minuten war alles repariert und wir unternahmen einen neuen Versuch zu starten. Mittlerweile ging am Horizont vor uns bereits die Sonne auf. Während wir aus der Vorstadt rollten, wurde das Tempo vorn kontinuierlich erhöht. Der Wind tat sein übriges und so flogen wir regelrecht über Bennewitz und Oschatz bis ins Elbtal.

Am Berg jeder für sich

Auf der Durchfahrt durch Dresden waren bereits die ersten Wochenendradler auf der Strecke, allerdings kamen recht gut durch und fuhren die 45 Minuten Verspätung bis Pillnitz (120km) fast wieder heraus (im Vergleich zum letzten Jahr). Nach über einer Stunde Frühstückspause setzten wir unsere Route nach Pirna fort, überquerten hier nochmal die Elbe und blieben auf dem neu fertig gestellten Radweg nach Bad Schandau. In der Sächsischen Schweiz waren erwartungsgemäß viele Fußgänger und Radfahrer unterwegs. Dennoch ließ der Verkehr auf tschechischer Seite etwas nach, so dass die Bahn wieder frei wurde. In Decin wechselten wir erneut die Elbseite und rollten nach einer kurzen Trinkpause zur einzigen Bergwertung der Tour – Malé Březno Lovečkovice, 280 Höhenmeter auf 9 Kilometer verteilt. Ein schönes Ding, das jeder in seinem Rhythmus bezwang. Danach rollten wir wieder hinunter und zur wohlverdienten Mittagspause (220km).

Nach 11 Jahren endlich mal Sonne

Den letzten Streckenabschnitt hatte ich im Vergleich zum  Vorjahr etwas verändert. Dabei hielt uns nur eine Brückenbaustelle kurz auf. Ansonsten brachte uns die neue Route, mal abgesehen von den ersten Kilometern Hauptstraße aus Melnik heraus, sehr entspannt nach Prag. Im herrlichen Licht der tief stehenden Sonne rollten wir geschmeidig über das bekannte kindskopfgroße Kopfsteinpflaster in die Altstadt (a.k.a.Prager Massage) und erreichten den Wenzelsplatz kurz vor 19:00 Uhr, wo uns unser großartiges Support-Team mit den nötigen Elektrolyten aus der Dose versorgte 😉

Das 11. Jahr Pragtour war eines der besten! Und das lag nicht nur am Wetter!

Danke an alle Mitstreiter für die flotte Tour!

Tour

Details

 

Die Radlausicker Traditionsveranstaltung führt auf dieser flachen Route von Leipzig über Dresden und Usti in die tschechische Hauptstadt. Einzig der Anfangsabschnitt zur Elbe verläuft auf diesem Track auf der Bundesstraße. Das liegt aber in der frühen Startzeit begründet, wenn dort kaum Autos unterwegs sind und sich wunderbar Meter machen lassen.

  • Anspruch (Gesamt) 40% 40%
  • Klettern 20% 20%
  • Abwechslung 80% 80%
  • Untergrund 70% 70%
  • Mentaler Anspruch 60% 60%

Über mich

Über mich

Martin Lechtschewski

Randonneur & Blogger

Hi, ich bin Martin und das Radfahren ist eine der wichtigsten Konstanten in meinem Leben. Die Faszination für Abenteuer hat mich zunächst zum Radreisen gebracht. Damals rollte ich noch behäbig über Tage bis Wochen mit 40 Kilogram Gepäck über die Straßen Europas. Dabei war es immer diese eine Frage, die mich antrieb, weiter in die Pedale zu treten: "Wie ist es wohl auf den Sattel zu steigen und aus eigener Kraft eine anfangs scheinbar unwirkliche Entfernung zu überwinden, hohe Berge zu bezwingen, fremde Länder zu durchqueren und verschiedensten Menschen zu begegnen?"

Heute kann ich sagen, es ist vor allem eine Begegnung mit sich selbst. Der Moment des des Starts und das Erreichen des Zieles spielen am Ende nur Nebenrollen -  Es geht vor allem um die Wege dazwischen.

Da es der Alttag nicht ohne weiteres zulässt, 5-6 Wochen am Stück auf dem Rad zu verbringen zu können oder zu wollen, landete ich schließlich beim Renndradfahren auf langen Strecken mit möglichst wenig Gepäck. Statt einem Monat bin ich dabei nur ein paar Stunden (bisher nicht mehr als 86) unterwegs und tauche schon mit der ersten Pedalumdrehung ins Abenteuer ein. Heute sagt man dazu Ultracycling, vielleicht auch Bikepacking. Ich finde einen vom österreichischen Langstreckenprofi Christoph Strasser geprägten Begriff viel treffender, da ich weder mit Bengalos im Trikot starte, noch das Verpacken der Ausrüstung in den Vordergrund stelle.

Es geht mir einzig ums  #Weitradlfoan.